Rock meets Coffee

Donnerstag, 27. März 2008

Nein, ich konnte es nicht lassen: Eines Nachts hörte ich durch Zufall den Bolero von Maurice Ravel. Da hat mich ein Fieber gepackt ... Musik, so eindringlich und suggestiv ... ich konnte dem Zauber nicht entkommen. Natürlich habe ich Bolero gegoogelt. Und was stelle ich fest? Ich war nicht mehr zu bremsen mit einer Song-Idee ...

Reduce to the max: Ohne Peter hätte ich das nie gestemmt. Das immer gleiche Bolero-Thema taucht in x-Varianten auf - wir mussten also unsere Version finden. Wir haben sie gefunden und damit die Refrain-Melodie. Aber welche Melodie geben wir dem Vers ...? Wir haben uns für Sprechgesang entschieden. Gesagt, getan. Doch unsere ersten Ergebnisse waren nicht packend. Zu filigran, zu eintönig ...

Alexandra hat die Idee: Meine liebste Office-Managerin gesteht: "Bei 'ner weiblichen Opernstimme würde ich Gänsehaut kriegen." So was müssen Mädels mir nicht zweimal sagen. Ludwig, mein Nachbar und Opernsänger, ist auch Professor an der Musikschule gegenüber. Und er hatte die richtige Stimme: Manuela Fraikin. Volltreffer! "Latte Macchiato" und der Text. Was hat uns diese Stimme auf der Tour gefehlt ...

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Tour-Report 2: Lachen & Tränen

Donnerstag, 6. März 2008

Ende gut, alles gut: Tourfinale im Atelier Amador, die Kochschule von Deutschlands jüngstem 3-Michelin-Sterne-Koch. Ein lichtdurchflutetes Loft in Frankfurt-Ost mit Fenstern ringsherum. Wir bauen eine Bühne und kleiden diese schwarz aus. Das Auge isst mit. Die Gäste kommen nicht um 19:30 Uhr, wie angekündigt, sondern schon ab 18:30 Uhr. Schnell noch einen Soundcheck. Gastgeber Uwe Steinbrecher hat 150 Geschäftspartner und Freunde zur Live-Cooking-Party mit Charity-Engagement geladen. So könnte es auch bei Ihnen Spaß machen!

Drei Songs pro Stunde: das ist unser Konzept für heute. So können die Gäste reden, kochen, essen und Spaß haben. Erstes Set: "Sexy Food" und ich singe: "Hey komm doch in meine Küche Baby ..." 100%-iger Treffer. Viele nette Babys sind schon da, oh ja! Ohne Pause hämmern wir "Nacht für Nacht" hinterher und dann noch "Du willst es jetzt". Hammerbeifall und "Warum spielt ihr nicht mehr...?" "Später, Baby, später". Auch Set 2 und Set 3 werden zwischen diversen Kochgängen frenetisch begrüßt. Und dann:

Gastgeber Uwe stellt klar: "Uns geht es heute so super, wir sammeln für die, die nix zu (fr)essen haben". Julia & Alex unterwegs mit Sammelgläsern. Spendable Gäste. Bis morgens um zwei tobt die Fete. "Aisha" und andere Songs müssen wiederholt werden. Und dann geben wir Vollbedienung: "Sexy" von Marius, "Zehn kleine Jägermeister" von den Hosen und oben drauf: "Marmor, Stein...". Die Kochschule bebt, die Party tanzt und tobt und lacht und trinkt. Und als wir aufhören, ziehen die ganz Harten noch in die nächste Bar. Hammerstark!

Stimmung im Keller? Einen Tag davor in Würzbug im Omnibus, ein Keller-Club mit Tradition. Ganze vier zahlende Zuschauer. Der Besitzer will Geld für Personal und Strom sparen und sagt, wir sollen nicht spielen. Aber wir haben aufgebaut und uns umgezogen und wir spielen doch! Wie berühmte Kollegen: "Tokio Hotel" vor drei Besoffenen (2003), die "Scorpions" vor fünf Gästen (1994). Wir geben trotzdem alles und kriegen von den vier Gästen alles zurück. Zum Abbau gibt’s Verstärkung von meinem Freund Gerd Ehehalt. Freund? Was hat er nicht alles versprochen. Aber wenigstens helfen er und ein paar Kumpels beim Schleppen. Danach gibt er in seiner Kneipe "Backöfele" noch einen aus. Trostpflaster. Doch die Tränen trocknen.

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